Trip nach Leucate
Ein freier Tag, eine gute Vorhersage und ein vollgetanktes Auto – perfekte Voraussetzungen für einen Surftrip.
Die Wahl fiel auf Port-La-Nouvelle bei Leucate. Laut eines Freundes ein super Freestyle-Spot. So hieß es früh aufstehen und ab in den morgendlichen Verkehr. Nach 30 km war kurz vor der Autobahn A9 bei Arles Schluss. Eine knappe Stunde ging garnichts mehr. Mehrere vorbeifahrende Feuerwehrwagen und Polizeiautos ließen uns das Schlimmste befürchten. Glücklicherweise handelte es sich nur um einen defekten Gefahrenguttransport und keinen Verkehrsunfall. Die restliche Fahrt verlief reibungslos und so erreichten wir Port-La-Nouvelle gegen 10 Uhr. Ein laues Lüftchen sowie eine kabbelige Welle vom Südostwind des Vortages drückten die Stimmung. Ich hatte auf 20 Knoten schräg ablandig von links und glattes Wasser, das höchstens ab und an von einer sauberen Ponch-Welle durchkreuzt wird, gesetzt. Hinzu kam, dass sich der Spot unmittelbar in der Nähe einer Fabrik befindet aus der eigenartige Sirenentöne zu uns drangen. Hier wollten wir nun wirklich nicht auf Wind warten.
So entschlossen wir uns in Richtung des 15 Kilometer entfernten Leucate aufzubrechen. Dort angekommen, stellten wir fest, dass der Etang spiegelglatt, die Lufttemperaturen jedoch frühlingshaft mild waren. Auch der Strand bei Le Goulet war angenehm leer. Den kannten wir noch vom Oktober als überfüllten Wohnmobilstellplatz, auf dem sich zwischen den eingesessenen Wildcampern bereits die ersten Zickereien abspielten. Kein Wunder – die Wohnmobile standen zu der Zeit dicht an dicht.
Nun war allerdings Ruhe eingekehrt – eine wahre Idylle, wo nur die sich am Horizont entlangschlängelnde Autobahn mit den Trucks, die auf der Via Dolmitia Richtung Spanien unterwegs sind, an die Hektik des Alltags erinnert. Die Vögel zwitscherten in den Bäumen, in dem Wohnmobil eines französischen Rentnerpaares wurde ein gut riechendes Essen zubereitet und die Sonne schuf T-Shirt-Temperaturen. Und das am 13. Januar!
Jetzt fehlte nur noch der Wind. Seinetwegen waren wir doch extra aus Istres gekommen. Die Wolken zogen relativ schnell am Himmel und so gaben wir die Hoffnung noch nicht auf. Wir entschlossen uns, einen Café in Leucate-Dorf zu trinken, um die Zeit zu überbrücken. Als sich endlich ein kleines Lüftchen in Bewegung setzte ging es zurück an den Spot. Es sah nicht gut aus, ich entschloss mich aber trotzdem surfen zu gehen – um den Wind zu provozieren sozusagen. Tatsächlich kam ich dann auch ein paar Mal ins Gleiten. Das machte Lust auf mehr. Daraus wurde leider nichts. Die Abstände zwischen den Böen wurden immer größer und so gab ich nach einer Stunde auf. Dank Julia gibt es trotzdem ein paar gute Fotos von der kurzen Session.
Man könnte denken, die lange Anreise hätte sich in diesem Falle überhaupt nicht gelohnt. In Wirklichkeit war es aber trotzdem ein super Trip. Das ist auch das Interessante an unserem Sport: Man weiß nie genau, was der Tag bringt. Letztendlich ist man aber immer um einige Erfahrungen reicher. In diesem Sinne freuen wir uns auch schon auf die Berichte von Johannes, der morgen nach Maui fliegt, wo sich nach längerer Flaute eine neue Passatperiode einzustellen scheint.













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